Der Ursprung der asiatischen Kampfkünste und damit auch die Wurzeln des Jiu Jitsu sind heute nicht mehr genau nachvollziehbar.
Die Datierungen reichen vom 5. Jh. v. Chr. bis zum 3. Jh. n. Chr. Auch die Frage nach dem "Wo" ist nicht wirklich zu klären. Unumstritten ist jedoch, daß Indien und/oder China hierfür in Frage kommen. Mehr als Fakten ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen um die Entstehung der asiatischen Kampfkünste.
So gilt der indische Mönch "Bodhidharma", Schutzpatron vieler japanischer Kampfsportler, als verantworlich für die Entwicklung.
Er soll auf seinen Reisen durch Asien auch das Shaolin-Kloster besucht haben. Dort lehrte er eine neue, direkte Art des Buddhismus, die lange Zeiträume statischer Meditation beinhaltet. So soll er selbst neun Jahre die Wand einer Höhle betrachtet und dem "Kreischen der Ameisen" gelauscht haben.
Um die langen Stunden der Meditation überstehen zu können, lehrte er neue Atemtechniken. Auch lehrte er Übungen, mit denen sich die Mönche in den entlegenden Gebirgszügen zu verteidigen wußten. Diese könnten - so man der Überlieferung Glauben schenkt - die Basis des berühmten Shaolinboxens sein. Diese Atem- und Verteidigungsübungen in Verbindung mit der neuen Form des Ch´an-Buddhismus breiteten sich schnell über den asiatischen Kontinent aus. So wurde aus dem chinesischen Ch´an in Japan das bekanntere Zen. Die Kampfesübungen entwickelten sich abhängig der geographischen Unterschiede der Landschaft und damit der Stärke ihrer Bewohner in verschiedene Richtungen weiter. So entstanden in den Gebirgsgegenden Koreas und China Kampfkünste unter Ausnutzung der vom vielen Wandern gestärkten Beine. Sie entwickelten sich zu den bekannten Sportarten "Tae Kwon Do" und "Kung Fu". Japans Inselregionen wie zum Beispiel um Okinawa herum, verlangten den Bewohnern die Benutzung kleiner Boote ab. Durch diese Art der Fortbewegung wurden die Arme stark trainiert. Es entstand das stark faust- und armlastige Karate.
Ebenfalls sehr alt und traditionell ist das Ringen in Japan. Jeder kennt wohl das Sumo, die wenigsten wissen jedoch, das dieses Ringen der Ausgangssport des Judo ist. Dies´wiederum in Verbindung mit einigen Karatetechniken stellt die Basis der jüngsten japanischen Kampfkunst - des Aikido dar.
Wann genau sich nun das Jiu Jitsu bildete, ist unbekannt. Wichtig für uns heute ist, daß sich im moderenen Jiu Jitsu sowohl klassische Elemente des Sumo bzw. Judo wiederfinden, als auch moderne Karate- und Aikidoparts.
So bietet Jiu Jitsu jedem Sportler - gleich welche körperlichen Voraussetzungen er mitbringt - die Möglichkeit, diese effektive Kampfkunst zu erlernen. Gleichzeitig werden Grundzüge des Zen vermittelt, eine Form der Meditation, die in unserer hektischen Welt für viele zu einer Insel der Ruhe werden kann.
Die Kombination aus traditionellem und modernem macht Jiu Jitsu interessant und sinnvoll - sowohl in Gefahrensituationen als auch im täglichen Leben.